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Das Forum bietet Raum für Ansichten und Einsichten. Hier werden Beiträge veröffentlicht, die Lebensprozesse anregen und Bewusstseinsentwicklung fördern. Jede/r ist herzlich eingeladen,  Gedanken, Intuitionen und Inspirationen hier mit anderen zu teilen. 

 

 

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Beitrag von Angelika Kötter, Mai 2007

Fahrradpilgern auf dem Jakobsweg von Paderborn nach Unna mit Jutta Watzlawik

In diesem Jahr wollte ich, 40, Mutter von zwei kleinen Kindern endlich mal wieder etwas ganz alleine machen. So kam es, dass ich mich zu dieser 3-tägigen Fahrradpilgerreise anmeldete. Unbedarft und ohne Erwartungen kam ich an Christi Himmelfahrt in Paderborn an. Gleich am Bahnhof war der Treffpunkt und ich lernte neben Jutta Watzlawik die anderen Reisegefährten kennen. Sofort ging es los in die Stadt zum Dom, zu einer der vielen Pader-Quellen. Hier dann der erste Stop – die Reise fing an. Wir hörten das Wasser und lauschten auf Juttas Worte, die uns mit jedem Wort tiefer und tiefer in die Vergangenheit führte. Kirchengeschichte ebenso wie Landesgeschichte wurden wie ein buntes Bild vor meinem Inneren Auge ausgebreitet. Wir sind auf dem ganzen Gelände des Domes umhergewandert und waren auch im Dom. Jutta hat hier auf viele kleine und große Dinge aufmerksam gemacht. Wir wurden im wahrsten Sinne des Wortes „geführt“, hier und dort Energien zu spüren und oh Wunder, der eine spürte nichts, der andere was anderes als der Nachbar. So konnte ich lernen, ja, jeder Mensch spürt etwas, wenn es auch nicht immer identisch ist mit meinem Fühlen. Das war meine erste Erkenntnis auf dem Jakobsweg. Nach dem Verlassen der Stadt radelten wir durch Wiesen und Felder und Jutta, eine begnadete Historikerin, hatte zu jeder kleinen Kapelle oder Kirche die passende Geschichte dabei. Hier und dort hielten wir, um die Energien der Natur auf uns wirken zu lassen. Geschichte mit allen Sinnen wahrnehmen, die Weite der Landschaft, der Duft der Pflanzen, Geräusche der Fauna, Wind auf der Haut, der würzige Geschmack von Wegeskräutern auf der Zunge. Für mich alles ein echtes Erleben, mich selber Erleben, Spüren, „ Ich Lebe“. So ging die Fahrt weiter von Geseke über Bad Lippstadt – Soest – Werl – Unna, um nur einige der Orte zu nennen, die ich auf meiner Reise erspüren durfte. Kurz vor Unna waren wir uns alle einig, nächstes Jahr gleiche Zeit ab Unna geht es weiter auf dem Jakobsweg.

Als ich in Unna in den Zug stieg hatte ich das Gefühl, Wochen unterwegs gewesen zu sein, so viel hatte ich erlebt. Selbst heute noch, Tage später, spiegelt mir das Bewusstsein Bilder und Ereignisse wider. Ich bin ganz erfüllt und freue mich schon weiter zu pilgern.

 

Zeichnung von Sonja Luft nach dem Tagesseminar "Der geheime Weg zu den Externsteinen" im Juni 2006

 


Beitrag von Sabine Grimm, zum Thema "Vollmondspaziergang im Wildpark Schloss Cappenberg". 

Juni 2006.

Eine Vollmondnacht 

Event am 12.05.2006

 Vollmondspaziergang im Wildpark Cappenberg mit Picknick zur Geisterstunde am Fuße des Cappenberger Schlosses mit Blick auf den Rosengarten unter dem Himmel über Cappenberg. 

… Und der Vollmond begleitete uns leuchtend dabei. 

Ich hatte eine Einladung von Jutta Watzlawik, Diplom-Agraringenieurin (FH) · Theaterpädagogin · Indologin (M.A.), zum Vollmondspaziergang am 12.05.2006 erhalten. Ich war schon sehr gespannt und habe mich darauf gefreut. 

Wie es so oft im Leben vorkommt, hatte sich der Tagesverlauf an diesem betreffenden Tag, ohne mich zu fragen, verselbständigt. Und so kam es, dass ich der Zeit hinterher rannte und mich um 20.30 Uhr noch  in Dortmund- Derne bei der Bearbeitung eines neuen, gemeinsamen Projektes mit Baeredel aufhielt. 

Eigentlich glaubte ich nicht, dass ich es noch schaffen würde, pünktlich um 21.00 Uhr am Treffpunkt „Eingang Wildpark Cappenberg“ einzutreffen. Das Gesetz von Zeit und Geschwindigkeit würden das nicht zulassen, da war ich mir sicher.  

Aber ich habe mich trotzdem auf den Weg gemacht.  

Nachdem der Tag sehr heiß gewesen war, begann es plötzlich zu regnen. Ich hatte es aufgrund meines Zeitdefizits nicht geschafft, mich auf den Spaziergang vorzubereiten. Gerne hätte ich mir sportliche Kleidung angezogen, jedoch reichte die Zeit hierfür nicht mehr aus,  geschweige denn an Regenkleidung zu denken. Und weil im Kofferraum kein Kleiderschrank ist,  überlegte ich kurz, ob ich das Risiko wirklich eingehen wollte, vielleicht bei einem Guss klatschnass zu werden, oder ob ich, unvorbereitet, wie ich war, doch besser heimfahren sollte. 

Ich entschied mich allerdings dann dafür, die Verabredung einzuhalten, und so fuhr ich in meinem schicken „Sommeroutfit“, Sommerkleid und Sandalen mit hohen Keilabsätzen, vortrefflicher Weise zum dortigen Treffpunkt. 

Genau fünf Minuten kam ich zu spät, hatte jedoch das Glück, dass Jutta Watzlawik mit ihrer Gruppe noch gewartet hatte. 

Ja, und um zehn nach neun gingen wir dann in den Wildpark hinein. Hinter uns wurde das Tor von dem Falkner des Wildparks von außen verschlossen, und so waren wir allein im Wildpark Cappenberg. 

Es war der Beginn der Dämmerung. Es gelang mir jedoch, noch ein paar Fotos mit meinem Handy zu machen. Zunächst machten wir Station bei einer Baumgruppe. Alle Bäume wirkten sehr erhaben gegen die Dunkelheit. Einer von ihnen hatte einen so dicken Stamm, dass wir ihn mit einem Kreis von  fünf  Personen, die sich an der Hand hielten, umfassen konnten. Auf dem See in der Nähe hatten die Schwimmvögel sich schon zur Ruhe begeben. Eine Wildgans zog noch ihre abendliche Bahn durch das ruhige Wasser, das in ein zauberhaftes Licht getaucht war. Der große Vollmond leuchtete über allem, und es herrschte eine mystische Atmosphäre.

Direkt über dem Vollmond prangte ein leuchtender, flimmernder Stern. Einige von uns dachten gleich an die Venus, den Liebesstern. 

Es war jedoch der Glücksstern Jupiter, wie später von Jutta Watzlawik zu erfahren war.  

Am Anfang des Spaziergangs hieß es, dass wir sicher 4 oder 5 Stunden unterwegs sein würden. Geglaubt hatte ich das nicht wirklich. Doch es war so eine tolle Stimmung, die ruhig so lange hätte weiter anhalten können, dachte ich. 

Fledermäuse umflogen uns, und die Natur pur schien nur für uns da zu sein. Da spielte es keine Rolle, dass wir teilweise glaubten, in der Nähe würde ein Open Air Festival stattfinden. Wahrscheinlich kam die Stimmungs- und Discomusik von der, in der Nähe liegenden, Jugendherberge. Aber all das, genau wie es war, passte zueinander. Wir konnten es alle genießen, denke ich. Bald fanden wir einen Platz, etwas abseits auf dem Rasen, auf dem wir, die Spaziergänger der Vollmondnacht, des 12.Juni 2006, wie die alten Schamanen auf die Naturgeister achten wollten.  

Wir setzten uns kreisförmig im Gras nieder, und ein Maikäfer kam geflogen und setzte sich laut brummend bei einer Kameradin auf die Jacke. War er etwa einer der Naturgeister? 

Jeder stellte eine Kerze vor sich und deren Licht flackerte während des Klanges der Trommel. Der Vollmond, mit dem Jupiter über ihm, leuchtete über allem. Nach ca. einer halben Stunde setzten wir unseren Weg fort. Auf einmal fühlten wir alle uns von vielen Augen beobachtet. Wer war das bloß? Wir starrten nach links in die Dunkelheit. Und da starrten uns ganz viele Augenpaare an. Es war das Damwild. Bestimmt zwanzig Tiere standen wie angewurzelt in Gruppen und sahen uns neugierig an. Wir blieben ganz ruhig stehen und bewunderten gebannt das Naturschauspiel, das vielleicht drei Minuten dauerte. Ich dachte noch, wie gut, dass die Tiere sich nicht einig sind, auf uns los zu galoppieren und uns umzuwerfen. Doch sie standen ganz friedlich, und wir alle sahen uns an. Da  plötzlich setzte ein Wildtier sich in Bewegung, und diesem einen folgten die anderen. In rasendem Galopp liefen sie weg von uns und in den nahen Wald hinein. Fasziniert von dieser Begegnung gingen wir weiter, und nach einer Weile schritten wir durch ein Tor. Es war gegen 23.00 Uhr, und der Vollmond hatte uns trotz der späten Stunde bisher viele lichte Momente präsentiert. Ab dem Bereich Quinnberg, auch Frauenberg genannt, am Beginn des Waldes war es plötzlich  stockdunkel. Von einer eigenartig gespannten Stimmung umgeben, traten wir in den dunklen Wald. 

Die Luft stand. Kein Blatt schien sich zu regen. Es war still um uns herum. Selbst die Discomusik aus der Ferne war verklungen. Wir schritten einen Hügel hinauf.  Die Bäume des Waldes, deren Schatten sich von der Dunkelheit abzeichneten, ragten neben uns wie starre Geister steil empor. Wir sprachen leise, denn wir wollten ja keine Tiere bei ihrer nächtlichen Ruhe stören. Nach einer ganzen Weile verließen wir den normalen Weg und gingen mitten in den Wald hinein. Jutta Watzlawik führte uns zu einem Schrein, mitten im Dickicht. Wir entdeckten dort einen wunderschönen großen Stein mit Ornamenten, der ca. 1 Meter Durchmesser hatte. Wir waren davon sehr beeindruckt. Jeder von uns zündete seine Kerze an, die wir auf diesem Stein abstellten. Es war ein schöner Moment, und wir genossen ihn und das Empfinden dort zu sein. Wir reichten uns die Hände, und als wir alle in einer Kette verbunden waren, sollten wir uns etwas wünschen. Die einen fassten ihren Wunsch in Gedanken, die anderen  kleideten ihn in Worte. Jutta Watzlawik sorgte dabei für Weihrauchduft, indem sie ein Zedernholz anzündete. Dieser Duft untermalte unsere phantastischen Stimmungen. 

Der Platz an dem Stein war so schön, und es war sehr warm dort, dass wir am liebsten noch etwas länger dort geblieben wären. Doch nach ca. einer halben Stunde hieß es: „Auf, auf, zum nächtlichen Picknick am Cappenberger Schloss.“ 

Nach einiger Zeit erreichten wir wieder den Waldweg und gingen zurück, um den Wald wieder zu verlassen. Nach einer Weile kamen wir wieder an dem Tor an. Als ob dieses Tor zwei Welten trennte, war es, nachdem wir es passiert hatten, wie  abgeschnitten, etwas heller. Der dunkle Wald hatte uns entlassen, und der Wildpark  leuchtete uns im Glanz des Vollmondlichtes entgegen. Obwohl der Vollmond  sich zeitweise hinter seinem Hof verbarg, war seine Leuchtkraft enorm ausdrucksstark.  Auf unserem weiteren Weg zum Schloss hin durchschritten wir verschiedene Temperaturströmungen. An manchen Stellen war es kühl, an anderen wiederum vollkommen warm.  Wir stiegen den Berg zum Schloss hinauf. 

Es war Mitternacht, als wir die Terrasse von Schloss Cappenberg erreicht hatten.  Jutta Watzlawik breitete eine schneeweiße Tischdecke zwischen zwei Säulen auf der Terrasse, am Rande der obersten Stufe, als Picknickdecke aus. Darauf legte jeder seine mitgebrachten Picknickgaben. Am Ende war der Tisch mit Rotwein, Tee und allerhand Leckereien gedeckt. Zum Picknick setzten wir uns ringsherum. Ich nahm auf der ersten, unter der Terrasse liegenden,  Stufe Platz. Es gab für mich den Anschein, im Mondschein vor einem gedeckten Tisch zu sitzen. Die Steine, auf denen wir saßen, hatten eine Wärme, als würden sie durch eine Fußbodenheizung erhitzt. Diese Wärme übertrug sich auf mich. Wir plauderten und genossen den Blick auf den vom Vollmondlicht verzauberten Rosengarten. Und über dem  Vollmond leuchtete sein Freund, der Jupiter. 

Eigentlich wären wir gerne noch länger sitzen geblieben, doch nach ungefähr einer halben Stunde hatten wir alles aufgegessen und leer getrunken. Da wir ja noch ein ganzes Stück Weg zum Ausgang zurückzulegen hatten, räumten wir zusammen und brachen allmählich auf. Unser Weg führte uns die Wege zurück, die wir auch hingekommen waren. Der Wildpark- Teich lag jetzt vollkommenen im Dunkeln, und nichts bewegte sich mehr auf der Wasseroberfläche. Unsere Gruppe versammelte sich noch einmal um den alten Baum.  Hand in Hand  bildeten wir einen Kreis um ihn, und zum Abschluss unserer gelungenen Vollmondnacht- Wanderung meditierten wir noch mal. Dann gingen wir langsam in Richtung Tor und verließen zögerlich diese traumhafte Umgebung mit ihrer tollen Atmosphäre, den Wildpark Cappenberg. In ihm waren uns so viele Wunder begegnet. 

Insgesamt möchte ich sagen: Der Regen war Gott sei Dank ausgeblieben, so dass nichts diese schöne Wanderung störend beeinträchtigen konnte. Es war ein wunderschönes Erlebnis, das ich wohl niemals vergessen werde.

Ganz stolz bin ich auf das Erinnerungsfoto vom Vollmond des 12. Juni 2006. Jupiter, der über ihm thronte ist auf diesem Bild jedoch nicht zu erkennen, weil Die Herausforderung, ihn aus der Entfernung einzufangen, für mein Handy zu groß war. 

 


 

Beitrag von Monika Coenen zum Thema "Bienen". Juni 2006.

 Foto Colin Andrews

 

Kommt der Frühling nur mit einer Blume? Nein, er kommt mit vielen Millionen von Blumen. Dann kommen die Bienen und all diese große Bewegung in der Natur beginnt. Und damit entsteht eine Gesamtheit.
(Meister Béinsa Duno)


In diesem kühlen Frühjahr haben sie es besonders schwer, die Bienen, oder der Bien, wie das Wesen der Biene als Organismus in der Imkerschaft genannt wird. Wer ihnen helfen mag, schaue hier

Man hat beobachtet, wie die Intelligenz der Bienen wirkt, hat den Bienen Zucker statt Honig hingeworfen. Dann hat man sie beobachtet. Sie können den Zucker nicht mitnehmen. Sie holen andere Bienen, fliegen zuerst nach einer Wasserquelle, und jedes Bienchen bringt einen Wassertropfen mit und durchtränkt den Zucker damit und verwandelt ihn in eine Art von Sirup. Diesen trägt es dann in den Bienenstock. Der Geist des Bienenstocks steht hinter dieser Arbeit der Bienen. Die einzelnen Bienen gehören zu einer einzigen Bienenpersönlichkeit, wie unsere Glieder zu uns gehören. Nur daß die einzelnen Bienen mehr getrennt sind, und unsere einzelnen Glieder näher zusammen, kompakter sind. Wir gehen, für uns unsichtbar, überall auch durch Wesen hindurch, durch die tierischen Gruppen-Iche, die sich der physischen Beobachtung entziehen.

Als Antwort auf die Frage, was denn nun Anthroposophie sei, hat Rudolf Steiner im Rahmen seiner von 1922 bis 1924 über hundert Vorträge, gehalten für die Arbeiter beim Bau des Goetheanums, während der Arbeitszeit übrigens, ganze acht dem "Wesen der Biene" gewidmet.
Er nahm dabei Bezug auf die vorangegangenen Arbeitervorträge, in denen er sein Verständnis der Evolution und anderer Ergebnisse aus seiner Geisteswissenschaft entwickelt hatte. Ausführlich ist das "Wesenhafte" in dem Vortrag: "Natur- und Geistwesen. Ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt" von 1908 beschrieben:

"Nehmen wir ein groteskes Beispiel: Wer glaubt an Wesenheiten, deren Dasein an die Luft gebunden ist oder die im Wasser verkörpert sind? Wenn zum Beispiel jemand sagt: Unsere Vorfahren haben an gewisse Wesenheiten geglaubt, an Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, aber das ist alles phantastisches Zeug! - dann möchte man erwidern: Fragt einmal die Bienen. — Und könnten die Bienen reden, so würden sie antworten: Für uns sind die Sylphen kein Aberglaube, denn wir wissen ganz gut, was wir von den Sylphen haben! - Und derjenige, dessen geistige Augen geöffnet sind, kann verfolgen, welche Kraft es ist, die das Bienlem hinzieht zur Blume. «Instinkt, Naturtrieb», wie der Mensch antwortet, sind leere Worte. Wesenheiten sind es, welche die Bienen hinleiten zum Blütenkelch, um sich dort Nahrung zu suchen, und im ganzen Bienenschwarm, der nach Nahrung ausschwärmt, sind Wesenheiten tätig, die unsere Vorfahren Sylphen nannten. Überall da, wo verschiedene Naturreiche sich berühren, wird eine Gelegenheit geboten, daß sich gewisse Wesenheiten offenbaren. Zum Beispiel im Innern der Erde, da, wo sich der Stein mit der Metallader berührt, da setzen sich besondere Wesenheiten an. An der Quelle, wo das Moos den Stein bedeckt und somit das Pflanzenreich das Mineralreich berührt, setzen sich solche Wesenheiten fest. Wo Tier und Pflanze sich berühren, im Blumenkelch, bei der Berührung der Biene mit der Blüte, da verkörpern sich bestimmte Wesenheiten, ebenso da, wo der Mensch sich mit dem Tierreiche berührt. Nicht im gewöhnlichen Verlauf der Berührung ist das der Fall. Wenn zum Beispiel der Fleischer das Rind schlachtet, oder wenn der Mensch das Fleisch der Tiere isst, nicht im normalen Verlauf des Lebens, da ist so etwas nicht der Fall. Aber wo im außernormalen Verlauf, wie bei Bienen und Blume, sich wie durch einen Überschuss von Leben die Reiche berühren, da verkörpern sich Wesenheiten. Und insbesondere da, wo des Menschen Gemüt, sein Intellekt, im Umgang mit den Tieren besonders engagiert ist, bei einem Verhältnis, wie es zum Beispiel der Schäfer zu den Schafen hat, ein Gemütsverhältnis, da verkörpern sich solche Wesenheiten.

Solche intimere Verhältnisse des Menschen zum Tiere finden wir häufiger, wenn wir zurückgehen, in alten Zeiten. In Zeiten niederer Kulturen hatte man vielfach solch ein Verhältnis, wie es der Araber zu seinem Pferde hat, nicht wie ein Rennstallbesitzer zu seinen Pferden. Da finden wir jene Gemütskräfte, die hinüberspielen von Reich zu Reich, wie zwischen dem Schäfer und den Lämmern. Oder wo Geruchs- und Geschmackskräfte entwickelt werden und hinüberstrahlen, wie zwischen der Biene und der Blume, da wird Gelegenheit geschaffen, daß sich ganz gewisse Wesenheiten verkörpern können. Wenn die Biene an der Blume saugt, dann kann der Hellseher beobachten, wie sich am Rande der Blüte eine kleine Aura bildet. Das ist die Wirkung des Geschmackes: der Stich der Biene in den Blütenkelch ist ein gewisses Geschmacksmittel geworden, die Biene empfindet den Geschmack und strahlt aus wie eine Blütenaura, und die ist Nahrung für sylphenhafte Wesenheiten. Ebenso ist das Gefühlselement, das zwischen Schäfer und Schafen spielt, Nahrung für Salamander."


Beitrag von Monika Coenen zum Thema "Schafe". Juni 2006.

Jutta mit ihrer Herde und Luchsi, Troll und Wichtel. Foto Monika Coenen

 

"Alles, was ist, ist ein Gedanke", sagte Johannes Wanderer, „und alle Gedanken reden und bilden sich Gestalten im Stoff, gute und böse. Es ist um Pfingsten, Veronika, und der Geist ist stärker in allem Leben als sonst. Darum merkst du es deutlicher, was die Bäume flüstern und die Blumen in ihren Kelchen bergen. Auch die Tiere ahnen die Feiertage der Welt. Siehst du nicht auch, daß Magister Mützchens roter Hut besonders leuchtet und daß Mutzeputz und Zottel froher sind als im Alltag?"
Wahrhaftig, Magister Mützchens Hut glänzte auffallend in der Sonne. Mützchen stelzte vorsichtig und gravitätisch an einem Radieschenbeet vorbei, und es kam Veronika vor, als wenn die Radieschen über ihn lachten.
„Ärgere dich nicht, Mützchen", rief sie ihm zu, „die Radieschen sind immer ein bißchen vorlaut und bissig."
Magister Mützchen tat, als berühre ihn das alles gar nicht. Was gingen ihn die Radieschen an? Dazu war er viel zu großartig."
(aus: Manfred Kyber - "Die drei Lichter der kleinen Veronika")



Gegenüber den Radieschen ist das Schaf als sanft und mitfühlend bekannt. Weiter weiß die chinesische Astrologie: es vergibt leicht und hat Verständnis für die Fehler anderer. Das zahme Äußere des Schafes täuscht über seine innere Entschlossenheit hinweg. Wenn bedroht, kann es leidenschaftlich und beherzt reagieren, obwohl ihm Streit zuwider ist. Die Chinesen glauben, dass dem Schaf das Glück lacht, weil es ein gutes und reines Herz hat.
In der chinesischen Mythologie entstanden Himmel und Erde aus einem Wirbel von eiförmiger Gestalt, in dessen Mitte sich "Pan Gu", ein menschenähnliches Wesen formte.

Ob "Pan Gu" mit dem griechischen Hirtengott "Pan" außer der Namensgleichheit Gemeinsamkeiten hatte, ist mir nicht bekannt. Dieser jedenfalls ist Schutzpatron der Hirten und Herden, dem Steinbock" zugeordnet, und auch der Gott des Waldes und der Weiden.
Unter verschiedenen Gesichtspunkten hat Rudolf Steiner immer wieder über die physischen, seelischen und geistigen Zusammenhänge des Menschen mit den verschiedenen Naturreichen aber auch mit übersinnlichen Wesenheiten und Welten gesprochen, die in alten Zeiten des instinktiven menschlichen Wahrnehmens auch gewusst wurden aber vergessen sind, weshalb sie heute nur noch Namen darstellen. Den "Erdgeist", von dem Steiner spricht, nennt der Geomant Marco Pogacnik beim Namen, nämlich Pan. Die Systematik der Hierarchien (Steiner) bzw. der Entfaltungsebenen (Pogacnik) ist beinahe identisch. Danach verkörpert Pan "die oberste Instanz unter den Wesen des Erdelements, zuständig für die Gesamtheit des Naturlebens in einem, bestimmten Bereich, erfüllt durch stilles Bewusst-Sein der Lebensprozesse die Natur in seinem Bereich mit dem Sinn ihres Seins, ist an jedem Platz und in jedem Bruchteil der Landschaft anwesend" und hilft u.a. den Schafen bei der Erfüllung ihrer "kosmischen Aufgabe", dort, "wo verschiedene Naturreiche sich berühren".

Nach den Erfahrungen der Geomantin Jutta Watzlawik: "(..) scheint es die Eigenschaft einer Schafherde zu sein, die Aura des landwirtschaftlichen Betriebs, der sie zugehörig ist, auszudehnen. Die horizontal verlaufenden feinstofflichen Kraftströme werden durch die Schafe angeregt, so dass insgesamt ein regerer Austausch zwischen den Pflanzen auf einem Feld, aber auch zwischen den Feldern stattfindet. Die Pflanzen werden „wacher“, sind angeregt, und dieser Zustand ist jeweils als beschwingte Lebendigkeit für einige Tage wahrnehmbar."

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es z.B. auch noch üblich, Baugrundstücke eingehend geomantisch zu untersuchen. Man schaute nach „Zeigerpflanzen“, die Auskunft über das energetische Niveau des Grundstücks geben konnten, und betrachtete die Wuchsform der Bäume. Auch ließ man Kühe oder Schafe auf dem Baugelände weiden, um dort, wo die Tiere lagerten, einen für Menschen geeigneten Platz zu finden.
"Wie reizvoll es ist, eine gesättigte Herde, hingelagert auf der Weide, zu betrachten, dieses Geschäft des Verdauens zu beobachten, das sich in der Lage wiederum, in dem Augenausdruck, in jeder Bewegung ausdrückt“ schreibt Steiner, "es ist ganz Verdauung, das Tier“.
Wenn die Tiere satt sind, eins nach dem anderen sich ablegt, einmal hochschluckt, die Augen leicht verdreht, in einen leichten Dämmerzustand fällt; wenn das beruhigende, malmende Geschmatze aus hunderten von Mäulern zu einem Klang erwacht, wird das Wesenhafte der Herde zur Präsenz eines derart sonst selten erlebbaren Friedens.

Aufgrund seiner vielseitigen Nützlichkeit war das Schaf Inbegriff des Lebens. Es gab Speise und Trank, Kleidung, ermöglicht die Herstellung von Horn- und Saiteninstrumenten, "garantiert" als Opfertier gute Beziehungen zur Gottheit und brachte Vergebung und Heil und Trost.
Heute sind Wolle und Fleisch die zwei Hauptprodukte. Der Sekundäreffekt, die Landschaftspflege, rückt aber immer mehr in den Vordergrund. Viele Hauptweideflächen sind Biotope. Seit dem Aussterben der kleinen Dorfschäfereien liegen seit Jahren kleinere Schafweiden brach. Diese Flächen verbuschen und verwildern. Der Erhalt und die Pflege dieser Flächen mit ihrer typischen Flora und Fauna ist auch heute auf ökologische und kostengünstige Weise nur mit Schafen und auch mitgeführter Ziegen, die Holziges besonders gerne naschen, möglich. Wobei nicht selten gerade in Naturschutzgebieten und gerade von besonders naturliebenden Wanderern die Empörung und Klage über die aufgefressene unter Naturschutz stehende, höchst seltene Orchidee oft groß ist und es einiger geduldiger Erklärungen bedarf, dass gerade dadurch, durch den Schutz vor Verbuschung der Bestand der kostbaren Pflanze geschützt wird, auch wenn ein paar Blüten gerade mal so besonders gut geschmeckt haben….